Bürgerfest „Sprudelndes Sinzig“

Gut besucht war das Stadtfest „Sprudelndes Sinzig“, das mit Rockmusik und kölsche Tön lockte. Foto: Martin Gausmann

SINZIG. Das Bürgerfest „Sprudelndes Sinzig“ lockte mit hochkarätigen Bands einmal mehr ein großes Publikum an. Der Samstag stand ganz unter dem Motto „Sinzig rockt!“
Von Sebastian Kirschner, 11.06.2018

Der Freitag und Samstag der 29. Ausgabe des Stadtfestes „Sprudelndes Sinzig“ waren auf dem Kirchplatz vor St. Peter geprägt von hochkarätigen Musikbands. Am Freitag kamen Kölsche Tön zu Gehör, der Samstag stand ganz unter dem Motto „Sinzig rockt!“ Eine Spendenaktion der „Vor-Tour der Hoffnung“ und ein reichhaltiges Angebot an Essen und Trinken rundeten die Konzerte ab und lockten zahlreiche Besucher in die Barbarossa-Stadt, die auch als Publikum keine Gelegenheit verstreichen ließen, ordentlich zu feiern.

Während sich die Massen auf dem Kirchplatz schon ein gemütliches Plätzchen suchten, begann das Fest mit einem intimen Vorprogramm im Gewölbe unter dem Zehnthof. Manoi Goutam, Umesh Padit und Drubesh Chandra Regmi musizierten als Ensemble „Sukarma“ auf fernöstlichen Instrumenten und brachten dem Liebhaberpublikum nicht nur die Klangwelt Nepals näher, sondern versuchten erfolgreich die Fusion von westlicher und östlicher Klangfarbe. Italienische und spanische Einflüsse fanden sich ebenso wie fetzige Bluesakkorde.

Bürgermeister Andreas Geron gab gemeinsam mit Rainer Friedsam vom organisierenden Verein „Aktiv für Sinzig“ den Startschuss: „Das Fest soll beginnen.“ Die Domstürmer aus Köln machten ihrem Bandnamen alle Ehre und eroberten nicht nur die Bühne, sondern auch die Herzen der Zuschauer im Flug mit ihrem Hit „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“.

Hielt Sänger Micky Nauber zu „Mach dein Ding“ noch das Mikrofon ins Publikum, lud er die jungen Besucher zu „Ohne Dom, ohne Rhing, ohne Sunnesching“ gleich direkt als Tanzgruppe auf die Bühne. Nostalgisch wurde es mit „Op de jode ahle Zigg“, zu dem ein Händemeer über den Kirchplatz wogte. Erst nach drei Zugaben durften die Jungs von der Bühne.

Vater findet seine Tochter wieder
In der Umbaupause stellte Jürgen Grünwald seine Initiative „Vor-Tour der Hoffnung“ vor, die seit über 23 Jahren Spenden für krebskranke Kinder mit einer Rennrad-Aktion sammelt. Der Sinziger Kickbox-Weltmeister Mohamed Abdallah bedachte die Aktion mit einer großzügigen Spende und sowohl die „Rote Wutz“ als auch der Spendeneimer waren bald prall gefüllt. „MAM“ entführten mit ihrer „Tribute Show“ an die Band BAP in die 1980er.

Mit Protestsongs wie „Ne schöne Jrooß“, aber auch ironischen Beiträgen wie „Liebesleed“ und ausgiebigen Instrumentalparts kamen nicht nur Fans voll auf ihre Kosten. Herzerwärmender Zwischenfall war ein Vater, der über Frontmann Klaus Drotbohm seine 8-jährige Tochter Sophie ausrufen ließ und sie bald unter großem Applaus wieder in die Arme schließen konnte. Den Abschluss machten am Freitag „Schäl Pänz“ aus Niederzissen mit ihren Interpretationen bekannter Karnevalskracher.

Rockiger Reigen am Samstag
Der Samstagabend hob an mit reichlich Lokalkolorit. Den rockigen Reigen eröffnete der gebürtige Westumer Steven Alan. In einer anregenden Mischung als Schlagzeuger und Sänger bot er dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm. Hits wie „Magdalena“ oder „Konfetti“ heizten dem sich langsam in rötliche Dämmerung tauchenden Kirchplatz noch weiter ein.

Den musikalischen Staffelstab übernahmen „Bounce“ vom Nürburgring, die in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feiern. Der Himmel zog sich zu und öffnete seine Schleusen, was die Sinziger aber nicht davon abhielt, auch im Regen zu Klassikern wie „Wonderwall“ der Gruppe Oasis oder Tina Turners „Simply the Best“ zu rocken.

Die einen spannten dazu Regenschirme auf, andere wiederum genossen sichtlich den Tanz mit feuchten Haaren und Kleidungsstücken. Erst nach zwei Zugaben – „I wanna Dance with Somebody“ von Whitney Houston und „Angels“ von Robbie Williams – durften die Eifler in den Feierabend gehen.

Ungebrochen hoch blieb die Stimmung beim Coverrock-Headliner des Abends, der Gruppe „Saint“. Mit ihrem Markenzeichen, den rasanten Wechseln zwischen Stücken wie „Locked out of Heaven“ von Bruno Mars und „Crazy in Love“ von Beyoncé, war das warme Nass aus der schwülen Höhe schnell vergessen. Erst weit nach Mitternacht fand der musikalische Teil des Sprudelnden Sinzigs seinen Abschluss.

Quelle: Bonner Generalanzeiger, 11.06.2018, Stephan Kirschner